Jahresrückblick 2025: Simplicity is Key
Mein Name ist Richter, Bettina Richter – aber meine Freunde nennen mich Beyten. Gemeinsam mit meinem Mann Raphael lebe ich in Münster, einer Universitätsstadt in Westfalen. Hier wohnen wir seit nunmehr 25 Jahren in einer schönen Eigentumswohnung über 2 Etagen „unterm Dach-juchhe“. Während nun draußen die ersten Schneeflocken fallen und sich die Welt in ein watteweiches Weiß hüllt, sitze ich an meinem Schreibtisch im Halbdunkel und genieße den Blick zurück. So viel hat das vergangene Jahr an Veränderungen gebracht. So emsig haben wir gearbeitet bis zuletzt. Wir haben konzipiert, präsentiert und umgesetzt. Sind tausende von Kilometern gereist, um uns fortzubilden. Haben Menschen, Techniken und Herangehensweisen studiert, damit wir weiterhin aktiv in einer sich rasant ändernden Arbeitswelt mitmischen können. Und durften zuletzt Freunde und Familie verwöhnen – als kleines Dankeschön für ihre Nähe und den Austausch. Nun ist Sendepause. Meine Zeit für mich hat begonnen.
Endlich wieder mehr schreiben.
Schreiben war für mich schon immer wichtig. Ob im Tagebuch, für Zeitungen oder in Briefen – schreibend kann ich die Welt be-greifen, mich mit anderen aus-tauschen und tief ein-tauchen in persönliche Erfahrungen, relevante Themen und innovative Techniken. Daher habe ich in den vergangenen gut 25 Jahren seit Abschluss meines Tageszeitungsvolontariats bei den Grafschafter Nachrichten immer dafür gesorgt, dass ich auch im Arbeitsleben regelmäßig redaktionelle Beiträge recherchieren und publizieren konnte.
Selbst in meiner knapp zehnjährigen Tätigkeit als Bildungsreferentin für einen Arbeitgeberverband habe ich nicht nur Projektgruppen initiiert und moderiert, sondern immer auch auf der Webseite des Verbands darüber berichtet. Das ist ungewöhnlich, wurde mir jedoch ermöglicht. Zuletzt war mir aber selbst das zu wenig: Ich wollte zurück zu meinen beruflichen Wurzeln, wieder hauptsächlich schreiben und nicht nur punktuell. Und so hatte ich Ende 2024 den entscheidenden Schritt getan und mich freundlich aber bestimmt von meinem langjährigen Arbeitgeber und allen Sicherheiten verabschiedet. Der Sprung in eine neue berufliche Zukunft war getan.
Als Journalistin oder Journalist* (*Gender-Hinweis: alle Geschlechter, ob männlich, weiblich, divers/nicht-binär, werden in diesem Text angesprochen. Der Lesbarkeit halber beschränke ich mich auf 2 Formen.) hat man in der Regel gut zu tun. Bei den sogenannten freien Journalisten sitzt das Gespür für Themen und Termine oft fest in der DNA. Und so hatte ich ab Tag 1 meiner selbst organisierten Tätigkeit als „freie“ Mitarbeiterin der Westfälischen Nachrichten im Januar 2025 direkt zahlreiche Aufgaben und persönlich wertvolle Kontakte. Doch das Dasein von Freelancern ist bekanntlich so „frei“ nicht: Spontane Einsätze in entlegenen Außenbezirken von Münster und sonntägliche Kinopremieren oder abendliche Autorenlesungen erzeugen Einschränkungen ganz anderer Art. Und eine Existenz lässt sich von den recht übersichtlichen Honoraren ohnehin nicht bestreiten. Daher wurde meine Zeitungs-Mitarbeit für mich zu dem, was sie für viele andere meines Fachs ist: Eine sehr erfüllende Nebenbeschäftigung.
Und so nutzte ich die Zeit zwischen den Zeitungs-Terminen, um mich wieder auf eine Festanstellung zu bewerben. Eine Festanstellung in der REPLY Deutschland SE. Schon lange, sehr lange sogar, hatte ich mit diesem Unternehmen als Arbeitgeber liebäugelt. Von meinem Mann Raphael – seines Zeichens Managing Director bei der Neo REPLY GmbH – wusste ich, wie gut das Arbeitsklima dort ist, welch ausgeprägte Weiterbildungsmöglichkeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben und dass sich die über 100 Unternehmen aus dem REPLY Netzwerk „die Bälle“ als Partner stets sauber zuspielen. Genau das richtige berufliche Umfeld also für eine empathische und sozial engagierte Mitarbeiterin wie mich.
Über einen ehemaligen Kollegen und liebgewonnen Freund erhielt ich einen kurzen Wink: „Wende Dich doch mal an die Digitalagentur Triplesense Reply mit Hauptsitz in Frankfurt.“ Gesagt, getan. Es folgte ein erstes, digitales Vorstellungsgespräch. Danach gab es einen zweiten Austausch, in dem es schon konkret um mögliche Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit für die Agentur ging. Und schließlich ging es ins Job-Interview mit einer sehr netten Recruiterin, die noch einmal meine Team-Passgenauigkeit abklopfte. Kurze Zeit später erhielt ich die telefonische Nachricht: „Wir wollen mit Dir zusammenarbeiten.“ Darüber freute ich mich riesig!
Doch schon eine Sekunde später zeigte sich im selben Telefonat, dass die Rahmen-Bedingungen etwas anders aussehen sollten als angenommen. Statt der von mir avisierten 40 Stunden sollte ich von nun an 20 Stunden pro Woche arbeiten. Auf die knappe Frage: „Kannst Du Dir das in diesem Rahmen vorstellen?“, atmete ich tief durch, ließ im Zeitraffer alles, was ich auf der „Haben-Seite“ vermutete, an mir vorüberziehen und sagte mit fester Stimme: „Ja, das kann ich mir vorstellen.“ Damit hatte ich die Stelle.
Seit dem 1. April 2025 bin ich nun als Redakteurin & Online-Redakteurin im Bereich Social Media für die Triplesense REPLY aktiv. Als „Remotee“ kann ich die Aufgaben weitgehend aus dem Homeoffice in Münster heraus erledigen. Die Arbeit macht mir viel Freude! Was habe ich schon alles gemeinsam mit meinen neuen Kolleginnen und Kollegen in dieser kurzen Zeit auf die Beine gestellt:
- Wir haben einen Redaktionsplan mit Themen und Terminen entwickelt, der uns bei der Umsetzung unserer Unternehmens-Ziele hilft.
- Wir veröffentlichen nun regelmäßig Beiträge, Fotos und Videos aus dem Unternehmens-Alltag in den Social-Media-Kanälen, zum Beispiel zu Projekt-Abschlüssen und zentralen Innovationen.
- Wir haben klare Prozesse zur Öffentlichkeitsarbeit definiert mit den Elementen:
– Persönlicher Austausch
– Visualisierung des Themas
– Zustellung von Infomaterial & weitergehende Recherche
– Redaktionelle Arbeit
– Freigabe - Im Format einer „Inspiration of the Week“ habe ich über meine Maßnahmen, Arbeitsweisen und die Erfordernisse von Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen eines Agentur-Standups berichtet. Das hat die Zusammenarbeit noch einmal beflügelt.
- Wann immer Konferenzen anstehen und unsere Experten als Speaker auf der Bühne antreten, berichten wir im Vorfeld und im Nachgang umfangreich auf LinkedIn.
- Über zentrale Events der IT- und Marketing-Branche berichten wir ebenfalls. Beispiele sind:
OMR (Hamburg), REPLY Exchange (München), BVDW Stac’n Brunch (Berlin), WOOD MEETING (Bari). - Für den regelmäßigen Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen in Frankfurt, Bremen und Düsseldorf nehme ich an den quartalsmäßigen „Office-Days“ in Frankfurt teil. Der Austausch über fachliche Themen und der persönliche Kontakt bringen die Tätigkeit ebenfalls voran.
Daneben: - Die Teilnahme an „Lessons Learned“-Veranstaltungen des Teams zu ausgewählten Projekten, um den Wissens-Transfer und eine aktive Feedbackkultur zu fördern.
- Die pressemäßige Begleitung von Kollegen bei IT-Konferenzen (z.B. DMEXCO / JoyConf25).
- Die Bereitstellung von authentischem Fotomaterial – nach Möglichkeit noch am Tag des Events.
- Die redaktionelle Gestaltung und selbstständige Veröffentlichung von Serien (z.B. Sommer-Serie zu „Humanizing Digital“, Serie zu ausgewählten Experten-Zitaten (in Arbeit)).
- Das Publizieren von Experten-Interviews.
- Das Verfassen von Fachartikeln für die IT- und Marketing-Presse (z.B. eCommerce, iBusiness).
- Die Mitwirkung an der Durchführung von Pressegesprächen (z.B. bei der Xchange in München).
- Die inhaltliche Vor- und Nachbereitung von Podcasts.
- Die Vermittlung von Interviewpartnern an die Fachpresse.
- Ein regelmäßiges Weekly mit einem der beiden Partner.
- Fachliche Updates im Rahmen eines wöchentlichen Jour Fixe mit dem REPLY Marketing.
- Die Abstimmung mit dem Design Stack in Sachen Visualisierung von Texten.
- Die Content Creation mit Blick auf die Vermarktung digitaler Sessions (z.B. zu den Themen Composability Platforms mit HiPP & Sanity, ROSE Webinar und HAUFE Angebote).
- Das Austexten von Flyern, Broschüren, Mailings sowie das Betexten von Webseiten und die redaktionelle Überarbeitung von Whitepapers.
Am meisten freue ich mich jedoch, dass es uns mit viel Herzblut, Hingabe und Kollegialität von allen Seiten gelungen ist, eine Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit in der Agentur zu installieren. Sportlich wie wir sind, haben wir diesen „Spagat“ gemeinsam geschafft: Als „Kollegin unter Kollegen“ fühle ich mich vollständig ins Team integriert, so dass wir locker zusammen feiern und uns auch über Persönliches austauschen können. Auf der anderen Seite habe ich mir den „Blick von außen“ bewahrt, mit der Folge, dass ich weiterhin das tun kann, was eine ausgebildete Journalistin – frei nach den Worten des Journalisten und verstorbenen Tagesthemen-Moderators Hans Joachim Friedrich – tun muss: Themen sachlich neutral recherchieren und darstellen, „ohne sich mit der Sache gemein zu machen, selbst wenn sie gut ist“.

Love & Friendship
Und noch etwas Besonderes hielt das Jahr 2025 für mich bereit: Inmitten der ersten erfolgreichen Schritte in meinem neuen beruflichen Umfeld in Frankfurt knallten bei uns auch privat plötzlich die Sektkorken: Das 25jährige Ehe-Jubiläum mit Raphael stand bevor. Am 1. Juli rieben wir uns beide verwundert die Augen: Was – das sollten schon 25 Ehe-Jahre gewesen sein? Dabei entdeckten wir doch gerade wieder völlig neue Seiten aneinander und teilten voller Begeisterung auch die kleinen Dinge des Alltags.
Erfreulicherweise waren wir uns sofort einig, dass wir auf keinen Fall zu einer größeren Feier anlässlich dieser „Silbernen Hochzeit“ einladen wollten. Und überhaupt – wie das klang: „Silberne Hochzeit“ – das erinnerte sehr an „silber-graue Haarpracht“, „schlurfende Schritte“ und das „Zählen der Tage bis zur Rente“ – also lauter Dinge, mit denen wir so gar nichts zu tun haben wollten.
Daher haben wir aus diesem kleinen privaten Fest-Tag Anfang Juli kurzerhand eine lockere Reihe aus einzelnen Festivitäten gemacht: Hier ein Treffen mit unseren Freunden Ruth und Udo auf unserer Dachterrasse, dort ein fröhlicher Besuch meiner lieben Freundin Bushra aus Syrien, und schließlich das Wiedersehen mit unseren Trauzeugen Lara und Paulus aus Hamburg auf der Durchreise zu einem dienstlichen Termin in der Stadt Essen bei uns in Münster. Immer beköstigten wir unsere Freunde im Freien, und immer spürten wir, wie reich unser Leben besonders durch diese Freundschaften wird.

Family Ties
Neben dem kleinen Glück in meiner Münsteraner Kern-Familie galt es, einen weiteren Anlass zu feiern: Bei meinem Vater Reinhold und meiner Mutter Hannelies stand die Diamantene Hochzeit ins Haus: 60 Jahre Ehe-Leben – ein Sinnbild für Ausdauer und Zusammenhalt in guten wie in schwereren Zeiten.
Nachdem ein gemeinsamer Termin zur Nachfeier des Jubeltags in Nordhorn gefunden war, kam die „Heilige Familie“ Mitte Dezember in meiner Heimat zusammen. Das Schöne dabei war: Auch das „junge Glück“, unsere Tochter Sara mit Freund Leopold aus Berlin, war zugegen! Die beiden gehen nun seit einem Jahr gemeinsam durchs Studenten-Leben und machen ihre Sache wirklich gut.
So konnten wir alle zusammen mit der Familie meiner dreieinhalb Jahre älteren Schwester Susanne – die ihre Ehe schon vor Jahren erfolgreich „ver-silbert“ hatte – die Liebe und das Leben feiern. Ein freudiges Ereignis in einem Jahr, das aufgrund des mittlerweile fast vier Jahre währenden Ukraine-Kriegs und der nach wie vor ungeklärten Lage in Israel und Gaza wenig Anlass zur Freude bot. Und auch innenpolitisch war nicht alles Gold, was glänzte: Das Versprechen von einem sichtbaren Wirtschaftsaufschwung ab dem Herbst konnte die neue schwarz-rote Bundesregierung noch nicht erfüllen.

Münster4Life
„Eines Tages wachst Du auf und Du merkst, dass die Jugend vergangenen ist.“ Dieses Zitat der Schauspielerin Meryl Streep durchzuckte mich nach unserem alljährlichen Italien-Urlaub im September wie ein Blitz. War es das gemütlichere Tempo beim Schwimmen im Meer? War es die gemäßigtere Pace beim Joggen auf der Promenade? Oder die Lust auf noch längere Mittagspausen als im Vorjahr? Ich weiß es nicht. Fest steht, dass ich dieses Gefühl plötzlich ganz intensiv spüren konnte und dass es gekommen war, um zu bleiben: Die Hälfte meines Lebens lag bereits hinter mir.
Dabei fühlte es sich gar nicht so schlimm an. Denn zeitgleich wurde mir klar: Der Drang, es allen recht zu machen, war jetzt Geschichte. Ich bewegte mich zwar etwas langsamer durch Raum und Zeit, dafür aber umso bewusster. Der übertriebene Ehrgeiz, immer „viele Eisen im Feuer“ zu haben und nach Möglichkeit überall „die Erste“ zu sein, hatte sich ebenfalls gelegt: „Simplicity is Key“ – diese Erkenntnis reifte langsam in mir heran. Was für Film-Komponisten wie Hans Zimmer und Ennio Morricone galt, schien ebenfalls auf das Leben im Allgemeinen zuzutreffen: Das Schnörkellose mit den kleinen Routinen und der anhaltenden Disziplin ist der richtige Weg. Denn nur so entstehen tiefgehende Verbindungen und echte Erkenntnis. Für die Welt ein winziger Schritt, für mich ein Meilenstein auf einem langen Weg.
Gleichzeitig hatte ich bis hierhin mehrfach erlebt, was es heißt, Abschied zu nehmen. Traurige Todesfälle begleiteten uns auch durch dieses Jahr. Wie Raphael halb scherzhaft, halb im Ernst sagte: „Irgendwann hat man als Hobby-Organist das Alter erreicht, in dem man häufiger auf Beerdigungen als auf Hochzeiten die Orgel spielt.“ Daher, so schien es mir, schätzten wir jene, die wir weiterhin regelmäßig treffen konnten, umso mehr.
Und noch etwas wurde deutlich: Während ich es früher allzu oft abgelehnt hatte, mich häuslich zu betätigen aus Sorge, irgendwann vollends hinterm Herd zu verschwinden, erkannte ich in 2025, dass unser schönes Zuhause ein Geschenk war. Ein Geschenk, das zwar einiges an Zeit und Aufwand erforderte. Doch je mehr ich davon investierte, umso mehr erhielt ich zurück. Voller Freude bemerkte ich, dass Bekannte, die zufällig auf einen Kaffee bei uns in Münster vorbeikamen, das ebenfalls zu schätzen wussten: „Richtig gemütlich habt ihr es hier“, entfuhr es einer Freundin, die kurz vor Weihnachten ein paar Geschenke vorbeibrachte. „Ja“, dachte ich glücklich bei mir, „genau so empfinde ich es auch.“

Food for Thought
Eine Sache habe ich in den zurückliegenden Wochen und Monaten besonders genossen: Die Entdeckung oder auch Wiederentdeckung von Büchern, Hörbüchern, Musik und Hobbies. Dabei schien es mir, als hätten einige Bücher oder Tätigkeiten eher MICH gefunden als dass ich SIE gesucht hätte. Bestes Beispiel: Das Buch „Sind Sie hochsensibel?“ von Elaine Aron. Eigentlich war ich auf der Suche nach einem ganz anderen Buch im zweiten Stockwerk der Thalia Buchhandlung. Plötzlich fiel mir dieses Grundlagenwerk der Hochsensibilitätsforschung in die Hände. Ich habe es buchstäblich „verschlungen“ – und mich und mein Persönlichkeitsmerkmal dabei noch mehr schätzen gelernt. Dieses Wissen gebe ich weiter: Wenn ich jetzt mal eine kleine Auszeit brauche, weiß jeder aus meinem Umfeld: Kein Party-Pooper, sondern eine wertvolle Maßnahme zur Reiz-Verarbeitung. Wenn ich bestimmte Filme bewusst nicht anschaue und öfter offline bin als andere, können das alle sofort nachvollziehen: Es gibt Botschaften, die ich aufnehme und andere, vor denen ich mich bewusst schütze.
Daneben sind mir die Lehren der Philosophen Seneca und Epikthet zu spannenden Ratgebern für die neuere Zeit geworden: Kaum hatte ich bei Audible einige andere Hörbücher erworben, wurden mir diese beiden Stoiker „vor die Füße gespült“. Gerne habe ich mir bei meinen sonntäglichen Mittagspausen einen „Knopf ins Ohr“ gesteckt und mich im Halbschlaf über meine AirPods von diesen Philosophen inspirieren lassen. Auch auf meinen ungezählten Laufstrecken – ob am Kanal oder im Wald – sind sie mir inzwischen treue Weg-Begleiter geworden.
Das Beste kam zum Schluss: Am zweiten Weihnachtsfeiertag, wir waren gerade zu Gast bei meiner pflegebedürftigen Schwiegermutter, gab es – neben allem Trubel um die Vorbereitungen zum Brunch, die „Bescherung“ für die Kinder und die Betreuung von Christel – kurze Phasen von Leerlauf. Und ehe ich mich versah, fand ich mich an einem stattlichen Flügel der Marke „Dietmann“ wieder. Rund 30 Jahre hatte ich kein Klavier mehr „betastet“. Hatte zwar Musik in jeder Form, Farbe und Größenordnung genossen, aber – trotz Klavierunterrichts über einen Zeitraum von zehn Jahren in meiner Kindheit und Jugend – nie wieder selbst „Hand angelegt“. Andere Dingen erschienen wichtiger.
Doch nun schlug ich das Buch mit den Weihnachtsliedern auf, orientierte mich erst langsam und zögerlich in der Notenreihe für die rechte Hand und studierte dann – immer mutiger – auch die linke. Schließlich probierte ich es mit beiden Händen. Heraus kam eindeutig und unverkennbar: „Stille Nacht, heilige Nacht“. Mein Herz hüpfte vor Freude.

Mein 2025-Fazit
Worüber bin ich besonders glücklich?
- Ich arbeite wieder hauptsächlich redaktionell.
- Ich bin wieder in einem beruflichen Umfeld tätig, das mich inspiriert und motiviert.
- Ich habe privat wieder mehr gelesen, Freunde getroffen und Musik genossen.
- Ich spreche nun mehr Englisch und backe häufiger einen Kuchen.
- Ich finde wieder Zeit, unser schönes Zuhause in Münster mitzugestalten.
- Es gelingt mir zunehmend, das Beste aus beiden Welten zu vereinen:
Klassische Öffentlichkeitsarbeit gepaart mit modernen AI-Tools (ChatGPT, Midjourney, Perplexity);
Offenheit für die weitere Entwicklung bei gleichzeitigem Mut, die Dinge kritisch zu hinterfragen.
Was waren die besten Entscheidungen, die ich 2025 getroffen habe?
- Zusage bei Triplesense REPLY
- Einladung von Übernachtungs-Gästen – trotz terminlicher Engpässe
- Keine große Feier zum 25. Ehe-Jubiläum
- Wiederaufnahme des Klavierspiels
- Beschäftigung mit Philosophie und Besinnung auf „Simplicity“ als „Schlichtheit in allen Bereichen“
Was habe ich über mich selbst gelernt?
2025 war für mich eines der intensivsten Lebensjahre EVER: Der ausgewogene Mix aus einem erfüllenden Arbeitsleben, sehr nahen persönlichen Begegnungen, Sport, Musik, Kunst und Kultur wurde für mich zum wertvollen Treiber. Oder – wie es der Deutsche Journalistenverband (DJV) vor Jahren einmal so treffend formulierte: „Journalisten brauchen Zeit zum Lesen, Leben, Lernen.“ Und die will ich mir künftig häufiger gönnen.
Was waren meine größten Herausforderungen?
Wenn ich eines im Jahr 2025 erfolgreich „trainiert“ habe, dann ist es die Fähigkeit, mich auf das was ist, voll und ganz einzulassen und nicht zu weit nach vorn zu schauen. In einer Welt, in der es keine historisch gewachsenen Garantien mehr gibt, fokussiere ich mich zunehmend auf das Hier und Jetzt. Die Dinge, die gerade anstehen, versuche ich so gut wie möglich und mit vollem Einsatz anzugehen. Den Blick in die Ferne spare ich mir weitgehend, erfreue mich dafür eher an den kleinen Glücks-Momenten des Tages und schöpfe daraus Kraft für die nächsten Schritte.
Mein Ausblick auf 2026
Was ich anders machen werde
Im kommenden Jahr will ich Dinge, die ich ändern kann, aktiv angehen. Dinge, die unabänderlich sind, möchte ich auf sich beruhen lassen und sorgfältig zwischen beidem unterscheiden. Tägliche kleine Rituale, wie etwa Tagebuch-Schreiben und das Durchgehen bestimmter Routinen, unterstützen mich dabei.
Mein neues Motto
Mein Motto für 2026 heißt übrigens: „Simplicity is Key“ 😉
Für mich als Privatperson bedeutet das ganz klar, das Prinzip der Einfachheit auf alle Bereiche auszudehnen, denn durch sie erreiche ich die Menschen am besten und verzettele mich nicht dauernd in einer Gesellschaft, in der das Überangebot zur Normalität geworden ist.
Für mich als Journalistin heißt es, bewusst zu wählen: Will ich die Leser mit aufgeblähten Nachrichten für meine Themen interessieren oder wähle ich ungeachtet der Reichweite eher die moderate Tonlage? Folge ich in den sozialen Medien den Autoren und Themen, die aufbauend sind, die persönliches Wachstum ermöglichen und langfristige Perspektiven bieten oder überwiegt am Ende doch die Suche nach dem Hype? Und schließlich: Benötige ich den immer vollen Terminkalender als Existenzberechtigung oder nehme ich mir Zeiten zum Reflektieren, Analysieren und, gegebenenfalls, zum Aussortieren?
Wer Lust hat, sich gemeinsam mit mir über Möglichkeiten einer schlichten Kommunikation und Lebensweise in der KI-Ära auszutauschen, ist herzlich eingeladen, sich mit mir zu connecten: bettina_richter@gmx.de
Danksagung
Mein Dank gilt Judith Peters und @sympatexter, die mir mit ihrem fünftägigen Webinar-Angebot „Jahresrückblick 2025“ zwischen den Jahren wieder wertvolle Impulse für einen persönlichen Blog gegeben haben.